Lotusblume

Die Lotusblume ist eine außergewöhnlich schöne Wasserpflanze, deren Blüte an unsere Seerosen erinnert. Diese ist jedoch fast doppelt so groß. Ihre Fähigkeit Schmutz von sich zu weisen, ließ den Lotus in weiten Teilen Asiens, im Buddhismus, zum Sinnbild für Reinheit, Weisheit und Schöpferkraft werden.

Damit die Lotuspflanze ihre Blüte ausbilden kann, muss sie zunächst den schmutzigen Erdboden, in dem sie wurzelt, durchdringen und beharrlich zur Wasseroberfläche streben und bildet trotzallem eine reine, saubere und wunderschöne Blüte. Überträgt man diese Symbolik auf das menschliche Leben, so steht der schmutzige Untergrund für die Widrigkeiten des menschlichen Lebens, aber auch anhaftenden negative Gedanken und Gefühlen. Die reine Lotusblüte dagegen steht für einen reinen Geist und Erleuchtung, dem höchsten Ziel im Buddhismus. Das frei über das Wasser hinausragende Lotusblatt steht als Sinnbild für das Nicht-Anhaften und das Loslassen vom Weltlichen.

Der Mensch, oft in seinem Ego und seiner Ich-Bezogenheit gefangen, bewertet widrigen Bedingungen oft voreilig als negativ. Er erkennt nicht, dass im vermeintlich Negativem das Potenzial steckt, durch bewusstes Handeln etwas Positives entstehen zu lassen. Wäre die Lotuspflanze mit menschlichen Wertvorstellungen behaftet, könnte sie niemals eine Blüte ausbilden, denn sie wäre viel zu sehr damit beschäftigt, sich über den schmutzigen Morast aufzuregen, den sie durchdringen muss, statt dem Licht bzw. der Wahrheit entgegen zu streben und durch die gewonnene Erkenntnis die Blüte, also Einsicht und Klarheit auszubilden.

Im Sinne der buddhistischen Lehre kann die Lotusblume uns daran erinnern, schwierige Situationen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und eine positivere Haltung dazu einzunehmen. Das ermöglicht uns bewusster und achtsamer zu handeln.